Heidegger und das Sein der Dinge

Zu Heideggers Dingbegriff in Sein und Zeit (1927) und in Der Ursprung des Kunstwerks (1935/56)
Author: Christian Unverzagt
Publisher: BoD – Books on Demand
ISBN: 3732285219
Category: Philosophy
Page: 120
View: 7530

Continue Reading →

Martin Heidegger hat nicht nur die philosophische Tradition konsequent hinterfragt, sondern immer wieder auch die Ergebnisse seines eigenen Denkens. An seinem Dingbegriff in „Sein und Zeit“ (1927) und in „Der Ursprung des Kunstwerks“ (1935/36) lässt sich sowohl der Wandel seines Denkens als auch die Kontinuität seiner Frage- und Problemstellungen ablesen. In „Sein und Zeit“ fungierte das Ding als Gegenbegriff zu demjenigen Seienden, das Heidegger Zeug nennt. Dieses Zeug war seiner Ansicht nach von der gesamten Tradition der Philosophie als Ding verkannt, d.h. verdinglicht worden. Das Ding, wie es die philosophische Tradition dachte, war gewissermaßen nur ein großes Missverständnis. Knapp zehn Jahre später erschien im Kunstwerkaufsatz jedoch ein nun von ihm ganz anders gewertetes Ding als unbekannte und erst noch zu denkende Entität sui generis. Dieses Ding ging im veränderten, daseins-kritischeren Denken Heideggers vor Kunstwerken auf. Hing in „Sein und Zeit“ der eigentliche Bezug zum vergessenen, weil verdinglichten, Sein an der Aktivität des menschlichen Daseins, so war ihm diese nun als „Machenschaft“ verdächtig geworden. Konnte „Sein und Zeit“ als Versuch gelesen werden, das Dasein durch die Auflösung seiner Verdinglichungen in die Impermanenz seines ursprünglichen Über-sich-hinaus-seins zurückzuführen, so sollten die Dinge im Kunstwerkaufsatz ein Innehalten und Verweilen inmitten der Impermanenz des Seins erlauben. Das Sein erschloss sich nicht mehr durch Tätigsein, sondern durch ein Zurücktreten von ihm und eine Besinnung auf das nicht Gemachte. „Bestechend ist die Vertrautheit des Verfassers mit den antiken und modernen Quellen von Heideggers destruktiven Attacken auf die traditionelle Philosophie.“ (Peter König, Professor für Philosophie an der Universität Heidelberg)

Das Andere sagen

Studien zu Martin Heidegger und seinem Werk
Author: Eduard Langwald
Publisher: LIT Verlag Münster
ISBN: 9783825875046
Category:
Page: 356
View: 1830

Continue Reading →

Das "Zeug" in Abgrenzung zum "Werk"

Im Hinblick auf das "Dass" ihres Hervorgebrachtseins in Martin Heideggers Abhandlung "Der Ursprung des Kunstwerkes"
Author: Matthias Haase
Publisher: GRIN Verlag
ISBN: 3638665658
Category:
Page: 64
View: 4281

Continue Reading →

Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts / Gegenwart, Note: 1,2, Hochschule fur Bildende Kunste Dresden (Philosophie/Asthetik), Veranstaltung: Der Ursprung des Kunstwerkes - Martin Heideggers Konzeption des Seins und der Wahrheit der Kunst, 11 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Die vorliegende Arbeit veranschaulicht zunachst, wie tief der Begriff "Zeug" in Martin Heideggers Kunstwerk-Abhandlung "Der Ursprung des Kunstwerkes" eingebettet im Verborgenen liegt. Auf dem Weg der Hinfuhrung zum Begriff "Zeug" wird deutlich, welche anderen Begriffe zunachst beiseite gestellt werden mussen, um das "Zeug" zu lokalisieren und es fur eine Bearbeitung zuganglich zu machen. Der Argumentationsweg fuhrt uber landlaufige und abendlandisch uberlieferte Begriffe wie "Werk," "Ding," "Form und Stoff," "Dienlichkeit" bis hin zum "Erzeugnis Um-zu." An dieser Stelle setzt der Begriff "Zeug" an, der sich im Hinblick auf das "Dass seines Hervorgebrachtseins" wesentlich vom Begriff "Werk" unterscheidet: Heidegger trennt "Kunstlerisches Geschaffensein" (betrifft den Begriff "Werk") von "handwerklichem Angefertigtsein" (betrifft den Begriff "Zeug"). Martin Heideggers Abhandlung fragt eingangs nach der "Wesensherkunft" des Kunstwerkes, oder anders ausgedruckt, nach der "Herkunft des Wesens des Kunstwerkes." In der Auslegung von Friedrich Wilhelm von Herrmann beinhaltet der Begriff "Ursprung" nach Martin Heidegger zum einen die Frage 1.) nach dem "Vonwoher und Wodurch" eine Sache ist, welche als die Frage nach der Herkunft der Sache bestimmt wird, und zum anderen 2.) beinhaltet der Begriff "Ursprung" die Frage nach dem "Was- und Wiesein" der Sache, welche als die Frage nach dem Wesen der Sache bestimmt wird.

Sein und Zeit


Author: Martin Heidegger
Publisher: Max Niemeyer Verlag Gmbh & Company
ISBN: 9783484701533
Category: Philosophy
Page: 445
View: 3586

Continue Reading →

Die Abhandlung "Sein und Zeit" erschien zuerst im Frühjahr 1927 in dem von Edmund Husserl herausgegebenen "Jahrbuch für Philosophie und phänomenologische Forschung", Band VIII, und gleichzeitig als Sonderdruck. Als eines der berühmtesten und wirkungsmächtigsten philosophischen Bücher des 20. Jahrhunderts ist es ein unverzichtbarer Quellentext für die Philosophie, übersetzt in über 25 Sprachen der Welt. Dreißig Jahre nach dem Tod Martin Heideggers (1889-1976) wird sein epochemachendes Hauptwerk über den Sinn des Seins nun neu gesetzt aufgelegt, um das Werk seinen zahlreichen Leserinnen und Lesern in aller Welt wieder in einem ansprechenden Druck zu präsentieren. Diese 19. Auflage ist textidentisch, zeilen- und seitengleich mit den zuletzt unveränderten Nachdrucken der 15. anhand der Gesamtausgabe durchgesehenen Auflage mit den Randbemerkungen aus dem Handexemplar des Autors im Anhang.

Die Offenheit des Sinns

Untersuchungen zu Sprache und Logik bei Martin Heidegger
Author: Michael Steinmann
Publisher: Mohr Siebeck
ISBN: 9783161494284
Category: Philosophy
Page: 415
View: 7465

Continue Reading →

English summary: Heidegger's philosophy of language contains a basic idea: language is relational openness. In this work, Michael Steinmann provides a systematic reconstruction of Heidegger's thoughts on language, based on his early works on logic, on 'Being and Time' and 'On the Way to Language.' Heidegger explained relational openness in regard to the synthetic structure of judgment. Michael Steinmann shows that Heideggger's approach was embedded in the debates of the Neokantian movement, parts of which are reconstructed in this book. In 'Being and Time', he developed a dynamic theory of meaning which saw the essence of language in the openness for different contents and their combination. In view of his later work, it is clear that even texts whose style may seem esoteric are based on clear and understandable arguments. The central insight is that meaning is not necessarily determined by intentionality. German description: Heideggers Beschaftigung mit der Sprache ist vielfaltig und bestimmt sein Denken von Beginn an bis zu seinem Ende. Gleichwohl folgt sie einem Grundgedanken: Sprache ist in ihrem Wesen als 'Verbindungsoffenheit' charakterisiert. Hiervon ausgehend rekonstruiert Michael Steinmann Heideggers Sprachphilosophie in ihrem systematischen Zusammenhang. Dabei legt er die fruhen Arbeiten zur Logik, Sein und Zeit sowie das spatere Werk Unterwegs zur Sprache zugrunde. Der Gedanke der Verbindungsoffenheit wird von Heidegger zunachst an der Synthesestruktur des Urteils expliziert. Nicht die gegebene Beziehung zwischen den Gehalten, sondern die Moglichkeit, verschiedene Gehalte in Beziehung zu bringen, macht das Wesen des Urteils aus. Erst auf diese Weise lost sich die Logik von der Bindung an bestimmte Wissenschaften oder Erkenntnisgebiete. Michael Steinmann zeigt, dass dieser Gedanke problemgeschichtlich in die Debatten des Neukantianismus eingebettet ist. Diese rekonstruiert er ausfuhrlich. 'Sein und Zeit' entwickelt im Anschluss daran eine dynamische Bedeutungstheorie, welche die Offenheit fur Bestimmungen und ihre Kombination als Grundlage der Sprache versteht. Dabei wird in diesem Kontext auch das hermeneutische Verhaltnis der Sprache zur Zeit deutlich. Angesichts des Spatwerks erlautert Michael Steinmann, dass die oftmals esoterisch anmutenden Texte Heideggers dennoch argumentativ nachvollzogen werden konnen. Im Zentrum steht die Einsicht, dass Bedeutung nicht notwendig intentional begrundet ist. Vielmehr evoziert das Sprechen einen Verweisungsspielraum von Dingen und Welt.

Heidegger und das Fundament für die formale Struktur der Frage nach dem Sein

Eine Explikation anhand von §2 Sein & Zeit
Author: Sebastian Schneider
Publisher: GRIN Verlag
ISBN: 3640816293
Category: Philosophy
Page: 6
View: 1779

Continue Reading →

Essay aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts / Gegenwart, Note: 2,0, Universität Kassel, Veranstaltung: Heidegger's Sein & Zeit, Sprache: Deutsch, Abstract: Martin Heidegger, einer der großen drei Philosophen des 20. Jahrhunderts, revolutionierte durch seine Dekonstruktion der "alten" Metaphysik das gesamte Gebiet der Ontologie. Er stellte die Frage nach dem Sinn von Sein in einer völlig neuen Gestalt und hatte somit starken, ja vielmehr konstitutiven Einfluss auf die Philosophen des 20. Jahrhunderts (Satre, Camus, Hanna Arendt, Hans Jonas um nur wenige zu nennen). Doch wie stellt man eine solche Frage? Heidegger versucht in seinem §2 seiner Sein & Zeit die formalen Strukturen einer Frage freizulegen um anschließend jene Formalia in Bezug auf eine Frage nach dem Sinn von Sein zu beantworten. Diese Seminararbeit stellt die genannten Formalia zur Schau.

Die Technik und Die Kehre


Author: Martin Heidegger
Publisher: Klett-Cotta
ISBN: 9783608910506
Category: Technology
Page: 47
View: 732

Continue Reading →

Wie kein anderer Philosoph vor oder nach ihm thematisierte Heidegger die metaphysischen Denkschemata, die der abendländisch-neuzeitlichen Technikentwicklung zugrunde liegen. Auf verständliche Weise rekonstruiert dieses Buch Heideggers radikal metaphysikkritischen Ansatz vor dem Hintergrund seiner frühen und mittleren Schriften. Dabei wird nicht nur deutlich, wie sehr sein spätes Denken der Technik in Kontinuität zu seinem frühen fundamentalontologischen Projekt (und dessen Scheitern) steht, sondern es werden auch die Alternativen zum rechnenden Denken und Handeln in Kunst und Dichtung aufgezeigt. (Quelle: www.buchhandel.de).

Das endliche Selbst

Identität (und Differenz) zwischen Hegels "Phänomenologie des Geistes" und Heideggers "Sein und Zeit"
Author: Paul Cobben
Publisher: Königshausen & Neumann
ISBN: 9783826014697
Category:
Page: 211
View: 3457

Continue Reading →

Ursprung und Umgebung

Betrachtungen über Geschichte und Natur
Author: Knud E. Løgstrup
Publisher: Mohr Siebeck
ISBN: 9783161459757
Category: Philosophy
Page: 328
View: 9713

Continue Reading →

Ist Martin Heidegger gescheitert? Eine Einführung in die Daseinsanalyse aus „Sein und Zeit“


Author: Kristina Trompetter
Publisher: Bachelor + Master Publication
ISBN: 3956841972
Category: Philosophy
Page: 52
View: 2859

Continue Reading →

Im Jahr 1927 erscheint das Hauptwerk Martin Heideggers unter dem Titel „Sein und Zeit“ mit dem Ziel, die Frage nach dem Sinn von Sein erneut zu stellen – ein beachtliches Vorhaben, das, so könnte man meinen, offensichtlich gescheitert ist. „Sein und Zeit“ blieb Fragment und die Seinsfrage demnach unbeantwortet, dennoch bleibt es eines der meist diskutierten philosophischen Werke des 20. Jahrhunderts. Die Arbeit gibt vor dem Hintergrund der Seinsfrage zunächst einen Überblick über das Werk, indem sie sich dessen philosophischen Kontext sowie dem entsprechenden Aufbau und der Methode widmet. Im Anschluss wird die vorbereitende Analyse Heideggers fokussiert – nämlich jene des Daseins. Durch die Freilegung menschlicher Existenzialen, wie beispielsweise jenen der Geworfenheit, des Seins zum Tode oder auch der Jemeinigkeit, offenbart sich eine philosophische Welt, deren besondere Perspektive auf menschliche Existenz sowie die Stellung desselbigen innerhalb seiner Welt zu weitreichenden Konsequenzen führt – auch außerhalb des philosophischen Gebiets. Heideggers Konzeption des Daseins stellt in der Folge besondere Anforderungen an jene Wissenschaften, deren Beschäftigung sich mit Fokus auf den Menschen vollziehen; diese werden exemplarisch im Feld soziologischer Forschung aufgezeigt und diskutiert – letztlich schließt sich so der Kreis und die Frage nach dem Scheitern Heideggers transformiert sich zur Frage nach dem Sein der Soziologie.

Wittgenstein und Heidegger

Die letzten Philosophen
Author: Manfred Geier
Publisher: Rowohlt Verlag GmbH
ISBN: 3644045119
Category: Philosophy
Page: 448
View: 5300

Continue Reading →

Sie wurden im selben Jahr 1889 geboren und im gleichen Alter 1911 von einer ungeheuren Leidenschaft des Philosophierens ergriffen, die ihre Denk- und Lebenswege beherrschte und einzigartig machte: Martin Heidegger und Ludwig Wittgenstein. Dabei waren sie der Herkunft nach grundverschieden: Wittgenstein entstammte einer großbürgerlichen Familie in der Metropole Wien, Heidegger kam aus einer badischen Kleinstadt und einfachen Verhältnissen. Aber beide gehören zu den bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts, und für beide wurde die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus (auch Hitler war Jahrgang 1889) und den Katastrophen der Epoche ein zentrales Thema. Bestsellerautor Manfred Geier geht den Biographien der beiden Denker nach und beschreibt, wie andersartig ihre Lebenswege waren und wie divergierend ihre Gedanken sich entwickelten. «Sein und Zeit» hieß der Hauptwerk des einen, «Tractatus logico-philosophicus» das des anderen Autors. Während Heideggers Denken im Verlauf seines Lebens immer allgemeiner und abstrakter wurde, das Dasein hinter sich ließ und das «Sein» selbst zur Sprache bringen wollte, begann Wittgenstein, sich immer genauer und differenzierter den alltäglichen Sprachgebrauch anzuschauen und in den Zusammenhang menschlicher Lebensformen einzubinden. Eine faszinierende Spurensuche mit überraschenden Einsichten und Ergebnissen.

Das Zeitdenken bei Husserl, Heidegger und Ricoeur


Author: Inga Römer
Publisher: Springer-Verlag
ISBN: 9789048185900
Category: Philosophy
Page: 400
View: 5339

Continue Reading →

Die Studie untersucht das Zeitdenken bei Husserl, Heidegger und Ricoeur in philosophiehistorischer, systematischer und methodologischer Hinsicht. Im ersten Teil analysiert die Autorin Husserls Zeitdenken, im zweiten Teil führt sie eine Auseinandersetzung mit dem Zeitdenken Heideggers in frühen, aber auch späteren Schriften. Im dritten Teil wird das Zeitdenken Ricoeurs vorgestellt, mit einem besonderen Schwerpunkt auf seinen drei Aporien der Zeit. Die Autorin zeichnet zudem die Entwicklung der phänomenologischen Methode nach.

Ontologie und Metaphysik

Philosophie
Author: Joachim Stiller
Publisher: neobooks
ISBN: 3738019634
Category: Philosophy
Page: 33
View: 3000

Continue Reading →

Dieses Werk von Joachim Stiller ist ein Teil seines Grundrisses der Philosophie und beschäftigt sich mit Fragen der Ontologie und Naturphilosophie. Es gibt zwei Kapitel zur Fundamentalontologie und eines zur Sprachontologe, außerdem werden verscheidene Weltanschauungspositionen besprochen . Zwei Kapitel zur Philosophie von Raum und Zeit sowie zur Philosophie des Sinnes runden das Werk ab.

Jenseits von Phänomenologie und Dialektik

Das Heilige und Plötzliche bei Martin Heidegger
Author: Zenon Tsikrikas
Publisher: Vandenhoeck & Ruprecht
ISBN: 3862340066
Category: Philosophy
Page: 291
View: 4830

Continue Reading →

M. Heidegger fragt nach der Wahrheit des Seins. Das Sein ist schon und nur in dieser Frage und gefragten Wahrheit, aus der als das Abwesende, Entzogene und Gefragte ankommt und ist. Es handelt sich um eine echte Frage ohne wesensontologische Antwort, das heißt um eine epekeina tes ousias außerontologische nicht mehr Parmenideische Frage an das Sein. Die Wahrheit des Seins ist nicht seine Bewährung, sie kommt nicht aus dem Sein, sondern, wie die Quelle inmitten des Flusses und des Meers entspringt, aus der da-seienden Frage, aus dem vorontologischen Unter-Schied des Seins, aus dem Nichts, dem Tod, der Verborgenheit, dem Ge-birg, der Unwahrheit, dem Fehl, dem Traum und der Nacht. So ist nicht der Gott das Heilige, sondern das Heilige ist Gott; die Richtung des Satzes kehrt sich um, ihr Weg läuft vom Prädikat her zum Subjekt.

Tod, Modernität und Gesellschaft

Entwurf einer Theorie der Todesverdrängung
Author: Georg Weber
Publisher: Springer-Verlag
ISBN: 3322998339
Category: Social Science
Page: 483
View: 8624

Continue Reading →

Daß der Tod in modernen Gesellschaften "verdrängt" wird, gehört zu den scheinbar sicheren Wissensbeständen des alltagsweltlichen common-sense. Hauptziel der Untersuchung ist, mit gesellschaftstheoretischen Mitteln dieses vermeintlich sichere Urteil auf seinen Gehalt kritisch zu überprüfen. Nach einer erkenntnistheoretischen und geistesgeschichtlichen Hinführung zum Thema bekommt die Formulierung einer sozialwissenschaftlich fundierten Theorie der Todesverdrängung, die die üblichen kulturkritischen Folien einer totalisierenden Vernunft- und Modernitätskritik vermeidet, einen zentralen Stellenwert. Die in einem letzten größeren Gedankenschritt formulierten "Überwindungsversuche" moderner Todesverdrängung beziehen die Kriterien ihrer Kritik aus den Kategorien der Moderne selbst und nicht von einem extramundanen Standpunkt her.

Seinsgeschichte und Technik bei Martin Heidegger

Begriffsklärung und Problematisierung
Author: Stefan Zenklusen
Publisher: Tectum Verlag DE
ISBN: 9783828884014
Category: Ontology
Page: 77
View: 4922

Continue Reading →

Die Frage nach der Technik ist eine Art der Heideggerschen Frage nach dem Sein, die die Fragen nach dem Menschen in der Moderne und nach der Zivilisation uberhaupt impliziert. Im Rahmen der sogenannten "Seinsgeschichte" bildet sie eine Kreuzungsstelle, die von verschiedenen Linien gebildet wird, welche wiederum in ihrer Verschiedenheit zu berucksichtigen sind und nicht einfach textuell hermetisiert werden durfen. Heidegger besorgt nicht zuletzt mit Hilfe der seinsgeschichtlichen Konstellation des Gestells seine Selbstinterpretation hinsichtlich der Haltung zum Nationalsozialismus. Verweigert wird die falsche Alternative eines platt-realistischen oder biographischen Reduktionismus zum einen und des Jungerschar-Minimalismus oder kalauernden dekonstruktivistischen Textdesigns zum andern. Genauso einseitig wie der absicherungsstrategische Jargon der Orthodoxie ist die positivistische Abschiebung Heideggers in die Ecke der "Begriffsdichtung." Tatsachlich besteht ein arbeitsteiliger Konsens zwischen beiden Seiten. Gegen diesen Konsens im Dissens opponiert vorliegender Text."

Seinsgeschichte und phänomenologischer Realismus

Eine Interpretation und Kritik der Spätphilosophie Heideggers
Author: Tobias Keiling
Publisher: Mohr Siebeck
ISBN: 9783161534669
Category: Philosophy
Page: 517
View: 3939

Continue Reading →

English summary: After the publication of Sein und Zeit (Being and Time), Heidegger's philosophy was characterized by the idea that being must be understood in terms of history. At the same time in Bauen Wohnen Denken (Building, Dwelling, Thinking) und Das Ding (What is a Thing?), Heidegger argues that it is individual things that make up the world. The way in which these two different approaches can be brought together only becomes apparent with the help of systematic interpretation. In this way, Heidegger's thought can be understood in terms of "phenomenological realism." Tobias Keiling shows how phenomenological realism is a product of Heidegger's interpretation of Kant and Hegel and that it refers back to the phenomenology of Husserl. In the introduction, he places the importance of Heidegger's thought within the context of the current debate on metaphysical realism. German description: Heideggers Philosophie nach Sein und Zeit ist von dem Gedanken gepragt, dass Sein geschichtlich verstanden werden muss. Zugleich vertritt Heidegger aber etwa in Bauen Wohnen Denken und Das Ding die These, dass es einzelne Dinge sind, an denen die Welt erscheint. Wie diese beiden Uberlegungen zusammengehen konnen, lasst sich nur in einer systematischen Interpretation erschliessen. Heideggers Denken wird so als "phanomenologischer Realismus" verstandlich. Tobias Keiling zeigt, wie sich dieser phanomenologische Realismus aus Heideggers Interpretationen von Kant und Hegel ergibt und sich auf die Phanomenologie Husserls zuruckbezieht. Einleitend wird die Bedeutung von Heideggers Denken in aktuellen Debatten um einen metaphysischen Realismus verortet. Im Gedanken, dass Dinge kulturelle Formationen erschliessen, wird Heidegger auch zum Vordenker einer Diskussion um Dinglichkeit und Materialitat in den Kulturwissenschaften.

Unterwegs in Sein und Zeit

Einführung in das Leben und Denken von Martin Heidegger
Author: Alfred Denker
Publisher: Klett-Cotta
ISBN: 3608102434
Category: Biography & Autobiography
Page: 240
View: 8725

Continue Reading →

Immer, auch in seinen komplexesten Werken, stellt Heidegger in den Vordergrund, dass das Dasein unmittelbar, nicht auf den Menschen einzuengen und endlich sei. Heidegger hat mit »Sein und Zeit« nicht nur den wohl bedeutendsten philosophischen Entwurf des 20. Jahrhunderts vorgelegt, sondern sich auf seinen Denkwegen immer »unterwegs in Sein und Zeit« erkannt und gelebt. Mit zahlreichen bisher völlig unbekannten Details aus dem Leben Martin Heideggers.

Über Martin Heideggers "Die Frage nach dem Ding"


Author: Asmus Green
Publisher: GRIN Verlag
ISBN: 3638742350
Category:
Page: 56
View: 8980

Continue Reading →

Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts / Gegenwart, Note: 1,3, Christian-Albrechts-Universitat Kiel (Philosophisches Institut), Veranstaltung: Martin Heidegger: Kant und das Problem der Metaphysik, 2 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Anmerkungen: Korrektor: "Angenehm zu lesen.," Abstract: In seiner Vorlesung gibt Heidegger zunachst einen knappen geschichtlichen Uberblick uber die Dingfrage und die Metaphysik von der griechischen Antike bis zur fruhen Neuzeit, um sich dann im Hauptteil der Dingfrage anhand von Immanuel Kants Hauptwerk, der "Kritik der reinen Vernunft" zu nahern. Die Frage nach dem Ding, die Heidegger im Titel des vorliegenden Buches und im ersten Teil seiner Vorlesung stellt und vorstellt, fragt nicht nach der Beschaffenheit eines bestimmten Dinges wie z. B. der Zoologe sich um die Beschaffenheit eines bestimmten Tieres kummert, sondern nach der Beschaffenheit eines bestimmten Dinges als Ding. Gemeint ist also die Frage nach dem Dinghaften der Dinge und damit auch nach dem, was die Dinge in ihrer Dinghaftigkeit be-dingt. Dieses die Dinge Bedingende muss selbst un-bedingt sein, also die Dinge in ihrem Sein beeinflussen und selbst durch nichts beeinflusst sein. Der Zusammenhang mit der "Kritik der reinen Vernunft" besteht in der Antwort auf die Dingfrage: Das die Dinge Be-dingende, was den Dingen ihre Dingheit verleiht, sind die Grundsatze der reinen Vernunft, die Kant in seinem Hauptwerk vorstellt. Die "Kritik der reinen Vernunft" antwortet also auf die Dingfrage, weswegen Heidegger sie zum Hauptbestandteil seiner Vorlesung macht. Um die Frage nach dem Ding anhand der "Kritik der reinen Vernunft" zu beantworten, legt Heidegger das zweite Hauptstuck der transzendentalen Analytik aus, das "System aller Grundsatze des reinen Verstandes." Diese Arbeit soll die Argumentationsstruktur des von Heidegger ausgewahlten "Hauptstuckes" der "Kritik der reinen Vernunft" wiedergeben und aufze